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Aus der Festschrift zum 125-jährigen JubiläumDIE GESCHICHTE
DIE KINDERJAHRE DES VEREINS Die Gründung des TSV 1861 Zirndorf verdanken wir vier mutigen und entschlossenen jungen Männern. N. Förster, G. Asberger, L. Kuch, K. Landauer und Fohmann setzten im Mai 1861 den im Volk verwurzelten Turngedanken in die Tat um und gründeten einen deutschen Turnverein. Trotz der Widerstände durch die damalige Regierung waren auch schon in den Nachbarge-meinden Vereine entstanden. Das das Gros der Bevölkerung neuen Einrichtungen zunächst immer abwartend und skeptisch gegenüber steht, mußte der junge Verein bald erfahren und hatte schwer um seine Existenz zu kämpfen.
J. Wassermann, der als erster über längere Zeit Vereinsvorstand und zugleich der ruhende Pol war, brachte den Verein später durch die Gründung einer Turnfeuerwehr in arge Bedrängnis. Zum Einen litt der sportliche Betrieb darunter, zum Anderen wurde der Verein durch Geräteanschaffungen verschuldet. 1887 trennte sich der Verein nach einem Rechtstreit von seinem Vorstand. Das sich die Geschichte des TSV bis in die 50er Jahre stark um das Turnen drehte, lag an der Vorrangstellung dieser Sportart bis zu diesem Zeitpunkt. Als 1887 L. Zech die Vorstandschaft übernahm brachen für den Verein ruhigere Zeiten an. Das Turnen fand immer mehr Freunde und unter der Leitung von G. Wening wurde eifrig geübt. Mit Erfolg besuchte man die Bayerischen und Deutschen Turnfeste von 1897 bis 1913. 1898 bereits wurde der Verein ins Vereinsregister eingetragen, dies ist auch der Grund für das "a.V." (anerkannter Verein) nach dem Vereinsnamen. Im Jahr 1911, also zum 50jährigen Jubiläum, zählte der Verein cirka 350 Mitglieder. Dann kam der l. Weltkrieg und dem Ruf des Vaterlandes mußten 293 Mitglieder, darunter ein großer Teil der Vorstandschaft, folgen; 58 sollten nicht mehr zurückkehren. Als im Jahre 1915 die Turnhalle, die erst 1912 eingeweiht wurde, vom Militär belegt wurde, kam das Vereinsleben völlig zum Erliegen. Fritz Aign und Fritz Winter führten den Verein durch diese schwere Zeit.
ZWISCHEN DEN WELTKRIEGEN Die Freude am Turnen, Spiel und Sport flammte nach dem Krieg sofort wieder auf. Fußball, Handball und Kraftsport stellten neue Mannschaften auf, eine Schwimmabteilung wurde gegründet, die Sängerabteilung, die Turnerkneipen Friesen und Guts Muths und die Theaterabteilung sorgten für die gesellige Ader im Verein. Kurz um: auf allen Gebieten ging es voran! Die Großveranstaltungen die besucht wurden waren erneut die Bayerischen und Deutschen Turnfeste von 1921 bis 1938. Als sich im Jahr 1937 der Fußballverein "SpVgg Zirndorf sowie der "Athletenclub Bavaria 18%" dem Verein anschloß brachte Dr. Fritz Elkar, später auch Vereinsvorstand, den Antrag auf Namensänderung ein. Der Verein sollte in Zukunft Turn- und Sportverein 1861 Zirndorf heißen. Wie die Abstimmung vor sich ging ist nicht mehr nachzulesen, doch fiel sie zugunsten des neuen Namens aus. Die Namen der damals erfolgreichen Sportler mögen dem Großteil der heutigen Mitgliedschaft nicht mehr geläufig sein, trotzdem sollen sie ins Gedächtnis zurückgerufen werden: F. Billmann, M. Billmann, L. Heid, K. Kernstock, J. Lippert, L. Meier, W. Meier, H. Müller, K. Ortner, R. Presker, H. Ruff, E. Wkk, P. Ziegler, G. Altmann, K. Burr, G. Heid, J. Mosler und L. Seigerschmidt. Als Turn- und Sportwarte waren in der Nachkriegszeit K. Kernstock, F. Mantel, L. Meier, F. Müller, H. Ruff, K. Steiner und H. WeiB tätig ohne deren Vorbereitungen die Erfolge nicht möglich gewesen wären. Der 2. Weltkrieg machte den mühsamen Aufbau wieder zunichte. Zu Beginn des Krieges standen bereits 178 Mitglieder unter Waffen, die Zahl stieg ständig und brachte das Vereinsleben schließlich zum Erliegen. Das 80jährige Jubiläum konnte unter großen Anstrengungen von L. Heid, K. Kernstock und A. Schmidt 1941 durchgeführt werden. 1945 noch hatte der Verein 740 Mitglieder. Dank L. Heid überstand der Verein den Krieg in verwaltungstechnisch und wirtschaftlich geordneten Verhältnissen. Der viel zu hohe Preis für den 2. Weltkrieg waren 92 gefallene Sportler.
DER NEUBEGINN Doch das sollte noch nicht Alles sein. Von 1945 bis 1949 mußte der TSV aufgrund der politischen Verhältnisse sämtliche Tätigkeiten einstellen. Die Abteilungen waren dem 1946 gegründeten ASV Zirndorf angeschlossen. Die erste Mitgliederversammlung fand am 18.9.1948 im Saal der Bahnhofsgaststätte (Rittersaal) statt und endlich am 18.4.1949 konnte nach Überwindung vieler Hindernisse der Turn- und Sportbetrieb unter dem Namen TSV 1861 Zirndorf wieder aufgenommen werden. Zehn Vereinsmitglieder mußten die politische Neutralität des Vereins garantieren: K. Kernstock, H. Bauer, K. Steiner, L. Konz, H. Kuhlmann, H. Nußschall, G. Büttner, F. Mantel, F. Müller und M. Müller waren die Auserwählten. Es bedurfte der nimmermüden Tatkraft und des zähen Willens von K. Kernstock. H. Bauer und G. Hofmann um die Widerstände zu überwinden und einen Rechtsstreit mit dem ASV durchzustehen. Unendliche Verhandlungen mußten mit der amerikanischen Besatzungsmacht geführt werden um die Freigabe des Vereinsanwesens zu erreichen. Durch die umsichtige Führung der damaligen Vorstandschaft hatten sich nach kurzer Zeit bereits wieder 550 Sportler dem Verein angeschlossen. So blieben auch die sportlichen Erfolge nicht aus. Um diese und das gesamte Vereinsgeschehen den Mitgliedern vermitteln zu können, schuf der TSV Ende 1950 seine eigene Vereinszeitung. Unter Leitung des unvergessenen Albert Schmidt engagierten sich H. Bauer, J. Meier, G. Heid und später auch G. Weidner. Der weitere Aufstieg des TSV 1861 spiegelte sich in hervorragenden sportlichen Ergebnissen wieder. Vorallem die Handballer stachen hier heraus. 1954 gingen die Turner auf große Fahrt (Rom) und mit ihnen eine stattliche Anzahl TSV'ler. 1956 wurde eine Tischtennis und eine Winter- und Wandersportabteilung gegründet. Die Turnabteilung fand großen Zuspruch und stand damals noch in voller Blüte. Die Vorstandschaft lag in den fünfziger Jahren in den Händen von Karl Kernstock, Fritz Elkar und ab 1958 lenkte Hans Bauer die Geschicke des Vereins. Vorrangigste Aufgabe der Verwaltung in diesen Jahren war die Beschaffung eines zweiten Sportplatzes. Wie schwierig und langwierig dieses Problem sein würde, weiß man heute besser. Auf die Ereignisse die Sportplätze betreffend wird gesondert eingegangen.
DIE SECHZIGER JAHRE Das Jahr 1961 stand natürlich ganz im Zeichen des 100jährigen Jubiläums. Ein Festzug durch die Straßen Zirndorfs - auch der ehemalige OB Fürths, Kurt Scherzer, marschierte mit - präsentierte den TSV und seine Abteilungen. Als Jubiläumsgeschenk erhielt der Verein von den Familien Zimmermann das Grundstück zwischen dem A-Platz und dem Schützenareal an der Jahn-straße (4.600qm). Für ihre hervorragenden Leistungen erhielten Kommerzienrat Leonhard Zimmermann, Hans Zimmermann und Willy Carl den Goldenen Ehrenbrief mit goldener Ehrennadel des BTV und die Sportkameraden Leonhard Heid, Karl Kernstock, Leonhard Meier und Leonhard Lippert den Ehrenbrief mit goldener Ehrennadel. Kurz darauf im September 1961 starb der große Förderer des TSV, Kommerzienrat Leonhard Zimmermann. Ihm und sei 1962 wurde der Mitgliedsbeitrag auf DM 2,- für Vollmitglieder, DM l,- für Jugendliche und DM 0,50 für Schüler angehoben. Trotz dieser Erhöhung blieb der Mitgliederstand im darauf- Hans Bauer wurde in diesem Zeitraum zweimal als l. Vorsitzender bestätigt. Seine Nebenleute waren Gg. Igelhaut, W. Hegenauer und Gg. Hofmann. 1964 erging ein Aufruf das Faustballspiel im TSV wieder zu beleben. Es fanden sich jedoch nicht genügend Interessenten. In diesem Jahr wurden die 1. Stadt-Waldlaufmeisterschaften ausgetragen. Im Jahr zuvor waren 9 Zirndorfer Aktive als Sieger vom Deutschen Turnfest in Essen zurückgekehrt. 1965 wurden erstmals Interessenten zur Gründung einer Schwimmabteilung gesucht, nachdem die Stadt Zirndorf das Freibad eröffnet hatte. 1966 wurde die Badmintonabteilung gegründet. Der Aufstieg der Handballer in die Bundesliga verdeutlichte erneut die Hallenprobleme des TSV. 1967wurde das Kinderturnen neu belebt, ein Jahr später nahmen 18 Zirndorfer am Deutschen Turnfest in Berlin teil. Schließlich wurden 1969 Gymnastikgruppen für Frauen, Kinder und Männer eingeführt. In den sechziger Jahren gab es für TSV-Mitglieder eine Vielzahl an Ehrungen. Einige davon seien stellvertretend aufgeführt:
Von etlichen Ehrenmitgliedern mußte der TSV für immer Abschied nehmen. L. Böllmann, G. Elkar, R. Rohrseitz, K. Hofer, A. Schmidt, Fr. Werthner, K. Billmann, L. Heid, Fr. Winter wurden zu Grabe getragen. Die im Dezember 1950 erstmals erschienene Vereinszeitung verjüngte 1964 ihr Aussehen. 1965 übergab Albert Schmidt sein Amt als Pressewart nach 37jähriger Tätigkeit an Hans Ertel. Der neue 1. Bürgermeister der Stadt Zirndorf Virgilio Röschlein, bezeichnete 1963 das Verhältnis der Stadt zum TSV als sehr gut. 1965 wurde mit der Eröffnung des Freibades der Stadt die Möglichkeit der Einführung des Schwimmsportes geschaffen. Seit 1963 gibt es Aufzeichnungen über die Teilnahme von TSV-Aktiven an der Sportlerehrung der Stadt Zirndorf. Hier alle Namen aufzuführen würde zu weit führen, doch Handballer, Leichtathleten und Ringer waren regelmäßig vertreten. 1965 wurde den Handballern zusätzlich eine Ehrung im Rathaus zuteil.
Die 60er Jahre waren ein steter Kampf mit den Finanzen und mit den Platzproblemen. Die Renovierung des Anwesens an der Jahnstraße und der Ausbau des Sportplatzes waren die Dauerthemen. 1967 hatte der Haushalt erstmals die 100.000,- DM überschritten. Die Bewirtschaftung der Vereinsgaststätte brachte auch stete Schwierigkeiten mit sich. Selten konnte sich ein Pächter länger als 2 Jahre halten. Nach der Familie Effertz (65-69) übernahm Horst Heitner das Vereinsheim.
Die siebziger Jahre Die Mitgliederzahlen waren nach den vorhandenen Unterlagen von 1970 bis 1973 sprunghaft von l .222 auf l .528 Mitglieder gestiegen, sodaß man sich zum Ziel setzte die 2.000er Grenze zu erreichen. Doch schon 1974 war man wieder bei 1.100 Mitgliedern angelangt, sodaß die vorherigen Zahlen doch angezweifelt werden müssen. Ab 1977 stieg die Zahl wieder bis auf knapp 1.400 Mitglieder. Bei den Mitgliedsbeiträgen gab es einige Verschiebungen. 1972 wurde ein Sonderbeitrag von DM l,- auf die Dauer von 2 Jahren beschlossen, der den Hallenneubau mitfinanzieren helfen sollte. Im folgenden Jahr wurden die Beiträge unter Beibehaltung des Hallenbaufonds umstrukturiert. Der Beitrag von DM 3,- für ein Vollmitglied blieb jedoch bestehen. Darunter staffelte man je nach Altersgruppe. Im Jahr 1974 wurde der Beitragseinzug über EDV eingeführt, verbunden mit einer Erhöhung auf DM 4,- für Vollmitglieder. Alle sonstigen Mitglieder mußten DM 2,50 entrichten. Die nächste Anhebung fand schließlich 1976 statt. Die Beiträge wurden in drei Gruppen gestaffelt. Vollmitglieder DM 6,-, Jugendliche und Schüler DM 3,- und der Familienbeitrag wurde auf DM 12,- festgelegt. Eine 1978 beantragte erneute Erhöhung wurde damals abgelehnt. 1979 wurden erste Schritte unternommen die Mitgliedserfassung und den Beitragseinzug künftig über die DATEV laufen zu lassen. Der 1. Vorsitzende Hans Bauer wurde bis 1979 weitere viermal in seinem Amt bestätigt, 1977 allerdings erst nach einigen Überredungsversuchen. Neue Männer rückten nach. Franz Pflieger und H. Hirn wurden seine Stellvertreter. 1973 wurde Kassier Georg Hofmann nach 35jähriger Tätigkeit aus dem Amt verabschiedet. Er war damals 73 Jahre alt. Neuer Kassier wurde Werner Klingenberg, später Lothar Rodler und seit 1979 hat Herbert Engelhardt dieses schwierige Amt unter seinen Fittichen. 1979 war aus der Sicht der Verwaltung ein Jahr des Umbruches. Auf nahezu allen Posten tauchten neue Gesichter, jüngere Gesichter auf. An die Stelle des 1. Vorsitzenden rückte Hans Hirn, seine Vertreter wurden Walter Kress und Adam Frei. Der Schriftführerposten wurde von Karin Hetze! und Gisela Winkler eingenommen. Verbunden mit dem Hallenneubau 1972 stieg das Haushaltsvolumen des TSV ständig, und lag 1978 bereits weit über 300.000,- DM. Der Hallenbau verursachte zudem Schulden in Höhe von über 100.000,- DM. Kein Wunder also, daß 1. Vorsitzender Hans Bauer immer wieder an die Sparsamkeit der Mitglieder appellierte, vorallem bezogen auf Heizungs-, Wasser- und Stromkosten. Die Mehrausgaben der Abteilungen durch Benutzung der städtischen Hallen konnten vom Verein nicht mehr übernommen werden. Trotz dieser Probleme und Schwierigkeiten lag der Anteil der Mitglieder, die eine Jahreshauptversammlung besuchten nie über 5 Prozent der Gesamtmitgliedschaft. Ein Zeichen des wachsenden Desinteresses!? 1971 kam es nach dem Aufruf von 1965 endlich zur Gründung einer Schwimmabteilung. Zwei Jahre später initiierte Franz Pflieger den Start der Skigymnastik, was wiederum 2 Jahre später zur Gründung des Skiclubs führte. Nach Fertigstellung der neuen Halle, die auch durch Tennisfreunde genutzt wurde, ertönte der Ruf nach Hartplätzen für den Tennisbetrieb. Eine weitere Anfrage nach einer Tennisabteilung im Jahre 1978 blieb jedoch unbeantwortet. Der Tennis-Zug ist am TSV vorbeigefahren. Die Gymnastikgruppen und das Kinderturnen wurden ausgebaut. Vier Gymnastiklehrer betreuen ab 1975 diese Gruppen.
Im Februar 1977 stößt eine völlig neue Art der Gymnastik zum TSV. Der Karatesport wird beim Verein heimisch. Die Turnabteilung, 1970 wurde Turnen und Gymnastik zusammengeführt, ist zwar inzwischen nahezu eingeschlafen, doch Gertraud Heid eine der letzten Aufrechten besucht auch 1978 das Deutsche Turnfest in Hannover. Als bislang letzte Abteilung stieß im Oktober 1979 durch die Initiative von Rolf und Peter-Axel Hummelmann der Volleyballsport zum TSV. Das 110jährige Jubiläum wurde 1971 mit vielen Abteilungsveranstaltungen sowie einem Stiftungsfest mit Sportlerball gefeiert. Mit Pauken und Trompeten feierten die Handballer 1976 ihr 50-jähriges Bestehen, die Badmintonabteilung blickte auf 10 Jahre zurück. Im Jahre 1979 kam es zu einer erneuten Änderung. Statt des Ehrenabends mit seinem ausgedehnten Ehrungsakt wurde ein Sportlerball ins Leben gerufen. Hier sollten nur die Meistersportler ausgezeichnet werden. Die verdienten Mitglieder wurden künftig bei der Weihnachtsfeier geehrt. Der 1. Ball des Sports zog 220 Besucher in die damals noch nicht renovierte Jahnhalle. Natürlich gab es auch in den Jahren 70 - 79 etliche Auszeichnungen für TSV-Mitglieder. 1974 verlieh der BLSV seine Goldene Ehrennadel an Gg. Hofmann, Leo Vogel und E. Koch. Verdiente Mitglieder, die der TSV auf ihrem letzten Weg begleitete waren: Gg. Aign, Willy Carl, Georg Hofmann, Hans Hirth, Gg. Hertlein, P. Meyer. Für ihre Verdienste um den Hallenbau wurden Franz Pflieger, Max Bauer und Hans Bauer besonders ausgezeichnet. 1979 wurde Hans Bauer zum Ehrenvorsitzenden des Vereins ernannt, und war damit neben Karl Kernstock erst der Zweite dem diese Ehrung zuteil wurde. Die Vereinszeitung feierte 1975 noch unter Leitung von Hans Ertel ihren 25. Geburtstag. 1977 übergab Hans Ertel (nach 12 Jahren) sein Amt an zwei junge Leichtathleten. Norbert Böhnlein und Günter Bauer berichteten nun vom Geschehen im Verein. Seit 1979 füllt N. Böhnlein diesen Posten nun alleine aus. Auch die Stadt Zirndorf trug wesentlich zur Verbesserung des Sportstättenangebots bei. Ende 1971 wurde das Hallenbad eröffnet und bot der neugegründeten Schwimmabteilung sofort die entsprechenden Trainingsbedingungen. Die Aschenbahn des Schulsportplatzes brachte den Leichtathleten endlich eine 400m-Bahn und im September 1975 wurde die Bibertsporthalle eingeweiht und ist seitdem regelmäßig vom TSV belegt. Daß diese Sportstättenbenutzung zum Nulltarif stattfindet, ist für den TSV und seine Abteilungen eine wichtige Entlastung. Der alljährliche Dank an die Stadtväter ist eine selbstverständliche Pflicht. Das Wechselspiel in der Vereinsgaststätte ging munter weiter. Besonderen Eindruck konnte man aber auch wirklich nicht schinden. Von 1971 bis 75 versuchte sich die Familie Dexl, ihr folgte die Familie Denz, 1976 die Familie Sparger, 1977 die Wiegmanns, die bis zur Einstellung des Gaststättenbetriebs im April 1980 für das leibliche Wohl sorgten.
Die Jahre von 1980 bis zum Jubiläum Unter der Federführung von Kassier H. Engelhardt lief 1980 die Erfassung der Mitglieder über die DATEV voll an. Die bereinigte Mitgliederliste wies schließlich 1443 Mitglieder aus. Die Abbuchungen der Mitgliedsbeiträge erfolgten von nun an l/4jährlich. Die Mitgliedszahlen blieben bis heute nahezu konstant und liegen 1986 bei 1.420 Vereinsangehörigen. Mehrmals wurde in den letzten Jahren eine Beitragserhöhung erwogen, da diese bei Ausgabe für Heizung, Wasser und Strom in Höhe von 62.000,- DM unbedingt erforderlich geworden war. Erst 1984 kam es zu der denkwürdigen Abstimmung bei der Jahreshauptversammlung. Nach hin und her wogenden Meinungsäußerungen endete die Abstimmung mit 23:22 Stimmen denkbar knapp zu Gunsten einer Erhöhung. Nach 8 Jahren der Konstanz wurden die Beiträge auf DM 10,- für Vollmitglieder, DM 5,- für Jugend und Schüler sowie DM 20,- für Familien angehoben. Der befürchtete Massenaustritt blieb aus.
Wie wichtig und richtig dieser Schritt war, verdeutlichen die Zahlen des ordentlichen Haushalts von 1986 der ein Volumen von über 500.000 DM aufweist. Die Zinslast durch die Schulden in Höhe von 800.000 DM trägt einen wesentlichen Teil dazu bei. Auch nach der Auszahlung des BLSV-Zuschußes, der für 1987 vorgesehen ist, wird der TSV über Jahre hinweg diese Zinslast zu tragen haben. Die 1979 gewählte Vorstandschaft mit Hirn, Krcss und Frei an der Spitze wurde bis 1986 stets bestätigt. Die Schriftführerin Karin Hetzel wurde 1985 nach 8 Jahren sorgfältigster Arbeit von Brigitte Milde abgelöst. Seit 1981 wird auch der Posten eines Ältestenrates besetzt, den zunächst Hugo Röchelt, später dann Hans Eitel einnahm. 1980 kam von den Leichtathleten ein erneuter Versuch im Hinblick auf die Sportstättenfrage eine Fusion mit dem ASV Zirndorf anzustreben. Wie schon 1975 war auch diesem Antrag kein Erfolg beschieden. Im Juli 1985 wurde auf einer außerordentlichen Hauptversammlung eine neue Satzung verabschiedet. Einige wichtige Änderungen vorallem in Bezug auf die Gemeinnützigkeit machten diesen Schritt notwendig. Seit 1986 ist diese Satzung rechtskräftig. Neue Abteilungen kamen in den letzten Jahren nicht mehr hinzu, was bei dem vorhandenen Platzangebot auch garnicht möglich wäre. Schon jetzt müssen einige Abteilungen auf die Sportstätten von Stadt und Landkreis ausweichen, was wiederum zur Folge hat, daß sich dadurch die Bezuschußung durch den Kreistag vermindert. Eine Initiative von Gerhard Forster, die Turnabteilung zu reaktivieren verlief bisher im Sande, obwohl durch die Renovierung der Jahnturnhalle nahezu alle Geräte neu angeschafft wurden. Auch der Plan der Schwimmer eine Wasserballmannschaft zu gründen war bisher nicht von Erfolg gekrönt, scheitert wohl auch an den Trainingseinheiten. Schließlich tauchte mit dem Neubau der Sportplätze auch das Tennisgespenst wieder auf. Da sich diese Abteilung jedoch selbst finanzieren müßte, die Erstellung der Plätze inbegriffen, wird es den TC im TSV so schnell wohl nicht geben.
Um dem Handballsport in Zirndorf frischen Wind zuzuführen wurde 1984 ein Förderkreis gegründet. Erster Erfolg: 1986 Aufstieg in die Bayerische Oberliga. 1981 wurde auf Verlangen der Abteilungen ein Konzept zur Bemessung der Abteilungszuschü-ße erarbeitet. Es wurden 5 Kriterien ausgewählt, nach welchen sich der jeweilige Abteilungszu-schuß berechnet. (Sockelbetrag, aktive Mitglieder, Leistung, Reisen und Fahrten, Jugendarbeit). Das das Interesse der Mitgliedschaft an Vereinsveranstaltungen nicht gerade überschwappt war schon längere Zeit zu beobachten. Trotzdem gab es immer wieder angenehme Überraschungen. So die Weihnachtsfeier 1980, der Ball des Sports 1981 oder auch das Bockbierfest 1986. Auch die Morgenfeier zum 125jährigen Jubiläum fand eine gute Resonanz. Der Versuch eines Sommerfestes 1980 war wirklich nur ein Versuch, 1986 soll es besser werden. Auch bei den Arbeitsdiensten liegt die Last meist auf einigen wenigen Schultern. Hier ist die Solidarität doch sehr gering ausgebildet. Das Denken, mit dem Mitgliedsbeitrag sei doch Alles abgegolten ist eben nicht so leicht zu verdrängen. Unserem Ehrenvorsitzenden Hans Bauer wurden zwei Ehrungen zuteil die herausgehoben werden müssen. 1983 erhielt er den großen Ehrenteller des BLSV und schließlich 1985, sozusagen als Krönung, die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Im Jahre 1981 starb unser langjähriger 1. Vorsitzender und Ehrenvorsitzender Karl Kernstock. Im Jahre 1986 hat der TSV 45 Ehrenmitglieder in seinen Reihen. Unter dem Dutzend der über 80jährigen befindet sich mit Georg Büttner (89 Jahre) auch das älteste Vereinsmitglied. Auch unsre beiden Damen in dieser Runde Maria Wüst und Gertraud Heid sollen hier genannt sein. Die Vereinszeitung die 1980 ihren 30. Geburtstag feierte, konnte sich 1984 durch gestiegene Druckkosten erstmals nicht mehr selber tragen. Schon 1983 gab es erste Hinweise darauf. Die Kosten für die Inserate konnten nicht in dem Maße erhöht werden wie es zum Ausgleich nötig gewesen wäre. 1985 keimte die Vorstellung auf, daß man die Vereinszeitung künftig per Postversand an die Mitglieder bringen solle. Die Kosten sind durch diesen Schritt zwar nicht geringer geworden, der Zeitaufwand für Pressewart Norbert Böhnlein hat sich sogar verdoppelt, doch ist nun sichergestellt, daß jedes Mitglied ab 18 Jahren eine Vereinszeitung erhält. Dies dürfte durchaus im Sinne der Abteilungen sowie der Mitglieder sein. Der Verein muß nun jährlich etwa 4.000,- DM aufbringen. Durch diese Umstellung erhielt die VZ eine neue Titelseite und ist endlich geheftet. Nach Stillegung der Vereinsgaststätte im April 1980 und den darauffolgenden Umbauarbeiten kam am 14.12.82 der Startschuß für die neue Gaststätte "Jahnstuben". Doch gleich den ersten Pächter hielt es kaum ein Jahr an der Jahnstraße. Seit 1983, und das bedeutet beinahe schon Vereinsrekord kümmert sich die Familie Beck mit sehr viel Engagement um das leibliche Wohl der Vereinsfamilie. Natürlich könnte auch die Familie Beck noch mehr Mitglieder bewirten. Bleibt zu hoffen, daß uns diese Wirtsleute noch lange erhalten bleiben. Auch die Stadt Zirndorf hatte in den 80er Jahren ein Zuckerchen für den TSV. 1983 wurde auf dem Schulsportplatz aus Asche Kunststoff, sodaß die Leichtathleten zeitgemäße Anlagen zur Verfügung haben. Der Einsatz der Stadt bei der Renovierung und dem Neubau der Sportplätze des TSV wird unter der Rubrik Sportstätten gewürdigt. Kleinere Reibereinen die in den letzten Jahren auftraten sollten nicht überbewertet werden. Es sollte immer eine Möglichkeit geben sich auf vernünftige Weise zu verständigen. Ich möchte nur zu Bedenken geben, daß die Abteilungen des TSV ihren Sport nicht aus irgendwelchen kommerziellen Gründen ausüben, sondern zum Wohle der Allgemeinheit.
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